Warum die Dig­i­tal­isierung der Logis­tik in der Möbel­branche eine wichtige Rolle spielt

Sam­sta­gnach­mit­tag in einem Möbel­haus in Deutsch­land: Men­schen­massen, Gedränge, Lärm, Hek­tik und mit­ten­drin im Geschehen: Kun­den auf der Suche nach einem Sofa. Der Hin­dernislauf durch das Getüm­mel mün­det schließlich oft in der Fest­stel­lung, dass das gewün­schte Möbel­stück unmöglich ins Auto passt. Der Ausweg aus diesem Szenario? Möbel im Inter­net bestellen. Genau das machen immer mehr deutsche Kon­sumenten. Was bedeutet diese Entwick­lung für den dig­i­tal­en Möbel­markt? Wir wollen dieses The­ma heute unter die Lupe nehmen.

Für immer mehr Ver­brauch­er ist es selb­stver­ständlich, sich nicht nur online zu informieren, son­dern auch online zu kaufen. Die Möbel­branche verze­ich­net im Ver­gle­ich zu anderen Branchen einen noch rel­a­tiv gerin­gen Online-Anteil. Aber sta­tionäre Anbi­eter set­zen zunehmend auf das Dig­i­talgeschäft. Doch wie kön­nen Her­steller und Händler die Logis­tik so umset­zen, dass die Lieferzeit sich nicht in die Länge zieht? Welche Voraus­set­zun­gen gilt es hier zu schaf­fen? Hängt alles nur von der Ver­sandgeschwindigkeit ab und möglichst reduzierten Lagerkosten? Wo fängt die Dig­i­tal­isierung der Logis­tik eigentlich an?

Die deutsche Möbe­lin­dus­trie ist von KMUs (kleinen und mit­tel­ständis­che Unternehmen) geprägt. Viele kleine Unternehmen sind in Pro­duk­tions- und Liefer­ket­ten einge­bun­den. Dig­i­tale Lösun­gen über die gesamte Wertschöp­fungs­kette einzu­binden fällt daher oft schw­er, da hier viele unter­schiedliche Stan­dards und Sys­teme herrschen bei Unternehmen. Sowohl beim Warenein­gang als auch beim Ware­naus­gang wer­den meist noch alle Doku­mente per Email ver­sandt. Hinzu kom­men EDI und Onlinepor­tale. EDI (Elec­tron­ic Data Inter­change) ist ein Sam­mel­be­griff für Stan­dar­d­isierun­gen beim unternehmen­süber­greifend­en Aus­tausch von Dat­en.

Ein Liefer­schein bein­hal­tet alle rel­e­van­ten Dat­en für den Fahrer, der Waren und Güter in gewiss­er Anzahl zu ein­er vorgegebe­nen Adresse zu liefern hat. Dem Fahrer wird der Liefer­schein in Papier­form aus­ge­händigt. Das Doku­ment musste in wenig­stens zweifach­er Aus­fer­ti­gung aus­ge­druckt, auf Richtigkeit über­prüft und vom Empfänger nach Über­gabe der Ware gegengeze­ich­net wer­den. Anschließend reicht der Fahrer den Liefer­schein in die entsprechende Fach­abteilung des eige­nen Unternehmens zurück. Wie lässt sich dieser aufwändi­ge Arbeit­sprozess verkürzen?

Soll der Kunde auch über kürz­eren Lieferzeit­en gewon­nen wer­den, müssen die automa­tisierten Schnittstellen in allen Prozess­ket­ten (Anliefer­ung am Lager, Cross­dock­ing, Drop­ship­ping, …) aus­ge­baut wer­den. Stan­dards dafür wur­den in den Gremien des DCC entwick­elt. Diese gilt es nun in Pro­jek­ten umzuset­zen, denn der Date­naus­tausch mit exter­nen Geschäftspart­nern aber auch inner­halb der Unternehmen ist wird zunehmend wichtig.

In ein­er Umfrage¹ die von der IWO­furn und dem FZI (Forschungszen­trum Infor­matik aus Karl­sruhe) gemein­sam durchge­führt wurde, teilen nur 17% der befragten Händler Ihren Zulief­er­ern feste Anlieferzeit­punk­te und Ram­p­en­standzeit­en zu.

Ein beschle­u­ni­gen­der Prozess ist die Dig­i­tal­isierung der Liefer­scheine. Bei ein­er Dig­i­tal­isierung kön­nen bei Ein­gang der Ware, diese direkt über zuvor vom Anlief­er­er erhal­tene Dat­en (Bar­code oder RFID) kon­trol­liert wer­den. Die Dat­en wer­den automa­tisch in das interne Sys­tem einge­bucht und das schlägt natür­lich über eine Verkürzung der Ent­ladedauer zu Buche.

Die Vorteile der Dig­i­tal­isierung der Liefer­scheine liegen also auf der Hand:

  • Sie verbinden die logis­tis­che Abwick­lung von Waren­versendun­gen direkt mit Ihrem Unternehmen und ver­mei­den damit unnöti­gen Zeitaufwand.
  • Sie reduzieren dank der direk­ten Daten­verbindung zum Abrech­nungssys­tem Ihren Ver­wal­tungsaufwand deut­lich.
  • Gle­ichzeit­ig reduzieren Sie mögliche Fehlerquellen, denn die Dat­en müssen nur ein­mal eingegeben wer­den. Auch das spart wiederum viel Zeit.

Um auch weit­er­hin wet­tbe­werb­s­fähig zu bleiben müssen Unternehmen Prozesse und die damit ver­bun­dene Logis­tik dig­i­tal­isieren. Unab­hängig von der Unternehmensgröße ist die Ein­führung von betrieblich­er Soft­ware immer mit erhe­blichem Zeit- und Ressource­naufwand für die Beteiligten ver­bun­den. Um Redun­danzen zu ver­mei­den und um KMUs vor ver­fehlten Investi­tio­nen zu schützen bedarf es ein­er Nutzen­analyse und reich­lich Erfahrung in der Umset­zung solch­er Pro­jek­te. Dies zusam­men gewährleis­tet, die Arbeitsabläufe und Kom­mu­nika­tion­sstreck­en so zu gestal­ten, dass diese nicht in kom­plizierte Indi­vid­u­al­lö­sun­gen ausarten, die keines­falls die dig­i­tale Zukun­ft garantieren.